Railcoach oder Schienencoach…?
Seit einigen Jahren vor allem in dem mit verkehrspolitischen Themen befassten politischen Strukturen ist Railcoaching immer häufiger als ein Instrument zur Förderung des Schienengüterverkehrs zu vernehmen.
Unter einem „Railcoach“ wird i.d.R. ein von der öffentlichen Hand bereitgestelltes Beratungsangebot für alle potentiell interessierten Parteien im Schienengüterverkehr verstanden. Die konkrete Ausprägung dieser Stelle schwankt allerdings, nicht zuletzt mit der verfolgten politischen Agenda. Die Spannbreite reicht von einer viel zu engen Auffassung der reinen Kontaktvermittlung bis hin zu einer detaillierten Beratung und Projektbegleitung. Letzteres stellt im Prinzip eine umfassende, „neutralisierte“ Beratung eines (Bahn)Logistikers dar und kann i.d.R. nicht durch die öffentlich finanzierten Railcoaches (kostenneutral) dargestellt werden.
Die nachhaltige und prozessual für die beteiligten Unternehmen gewinnbringende Lösung von Transportproblemen unter Nutzung des Verkehrsträgers Schiene kann nur gelingen, wenn die Kluft zwischen den prozessualen Anforderungen von Verlader und Erzeuger und denen der Transportlogistik, hier v.a. der Eisenbahn, geschlossen werden kann. Das Kleinteilige zu beachten ohne das Große, Ganze aus dem Blick zu verlieren, ist also die Aufgabe, welche je nach Rolle und Problemausprägung des zu Beratenden sehr unterschiedliche Herangehensweisen erfordert.
Beispiele für ein „Railcoaching“:
Aufgabenstellung:
Die Wirtschaftsförderer und Bürgermeister einer Reihe von Städten und Gemeinden in einer Mittelstandsstarken Region entlang einer nur noch gelegentlich für den Schienengüterverkehr NE-Bahnstrecke suchten vor dem Hintergrund zunehmender Emissionsbelastungen durch den Straßenschwerlastverkehr nach Möglichkeiten, den Verkehrsträger Bahn perspektivisch wieder attraktiver für die Verlader zu gestalten.
Ziel:
Aufzeigen der für eine Wiederbelebung des Schienengüterverkehrs erforderlichen Denkansätze sowie von betrieblichen und infrastrukturellen Voraussetzungen anhand konkreter Transportbeispiele.
Leistungen & Lösungsansatz:
Die Ausgangsbasis für alle weiteren Überlegungen war die Schaffung einer „Can Do!“ – Atmosphäre, also die Angst vor der scheinbar überwältigenden Komplexität des Bahnverkehrs zu eliminieren und zu demonstrieren, dass auch mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen viel in Gang gesetzt werden kann und nicht zwangsläufig hohe Investitionssummen erforderlich sind. Darauf folgend:
- Evaluierung der bestehenden infrastrukturellen und betrieblichen Bedingungen
- Vertiefende Potentialanalyse
- Definition notwendiger Maßnahmen zur Aufwertung der infrastrukturellen Gegebenheiten durch selektiven, minimalistischen Infrastrukturaufbau und Bewirtschaftung derselben (Umschlag, Vor- und Nachlauf etc.).
- Definition eines Konzeption für eine verlässliche Ent- und Versorgung durch einen regionales Eisenbahnverkehrsunternehmen.
- Auf Basis der vorangegangenen Maßnahmen: Preisangebot und All-in Transportkonzept Schiene/Straße für einen produzierenden Betrieb mit ca. 10.000 t p.a. Eingangsmaterialen von einem 300 km entfernten Lieferanten.